Wie ich mich morgens in Nahverkehrszügen verhalte

Aus gegebenem Anlass habe ich mir zu o.g. Thema Gedanken gemacht, und folgenden Verhaltenskodex erarbeitet, den ich hier zur Diskussion stellen möchte.
- Ich setze mich auf einen freien Platz und packe zügig alle Sachen aus, mit denen ich mich während der Fahrt beschäftigen möchte.
- Ich lese ein Buch oder eine Zeitschrift.
- Ich lese KEINE raschelnden Tageszeitungen.
- Ich lese KEINE Lektüre, die großformatige Bilder von Lebedamen mit dicken Hupen enthält.
- Falls ich eine Zeitschrift lese, bemühe ich mich, die Seiten möglichst leise umzublättern.
- Oder ich höre in moderater Lautstärke Musik über Kopfhörer.
- Auf gar keinen Fall spreche ich dösende Einzelreisende an. (Ausnahme: Lebensbedrohliche Situationen. Lebensbedrohlich für den dösenden Einzelreisenden.)
- Ich empfange keine SMSen, die sich durch alberne Klingeltöne ankündigen.
- Ich führe keine Telefonate.
- Ich tippe nicht sinnentleert auf meinem Handy rum, wenn ich die Tastentöne nicht abgeschaltet habe.
- Am besten schalte ich mein Handy aus und schiebe es mir in den Arsch.
- Falls ich abends vorher knoblauchhaltige Speisen gegessen habe, oder einen
beschissenenaußergewöhnlichen Parfumgeschmack habe, oder innerhalb von zwei Stunden vor Antritt der Fahrt geraucht habe, halte ich mich während der Fahrt in dem Bereich zwischen zwei Waggons auf. - Ebenso, wenn ich erkältet bin, oder aus anderen Gründen alle drei Minuten die Nase putzen muss.
- Ich habe immer ein paar Rachenpastillen dabei, um unnötiges Räuspern oder Husten zu vermeiden.
- Wenn ich in Gruppen reise, suche ich einen Platz, der möglichst weit entfernt von dösenden Einzelreisenden ist.
- Ich bespreche mit den Mitreisenden meiner Gruppe nur das Nötigste.
- Wenn sich Kinder in meiner Begleitung befinden, fordere ich sie auf, weder zu fentern, noch zu ramentern.
- Notfalls setze ich sie an der nächsten Station aus.
- Wenn ich mit meinem Lebenspartner unterwegs bin, leiste ich während der Fahrt keinerlei Beziehungsarbeit.
- Wenn ich an der nächsten Station aussteigen muss, fange ich nicht schon ein viertel Stunde vorher mit Rumrödeln an. Ich stehe frühestens auf, wenn mein Zielbahnhof über Lautsprecher angekündigt wird.
pikas - 8. Feb. 2007 - abgelegt in: bahnfahren







