Käsebrezel
Am Bahnhof. Noch 10 Minuten bis der Zug fährt. Was kann man da machen? Fressen. Irgendwas mit wenig Kalorien, weil ich ja momentan nach 8 Monaten abnehmen in der Halten-Phase bin. In der ach so gefährlichen, kritischen Halten-Phase. Abnehmen ist nicht schwer. Das kann jeder Depp mit einem einigermaßen starken Willen. Fast so leicht wie Rauchen aufgeben. Ein paar kleinere Ernährungsumstellungen (Kein Käse, keine Wurstwaren, keine Süßigkeiten, kein Alkohol, keine gezuckerten Limonaden, kein Süßstoff, keine Fertigessen, nichts Frittiertes, nichts Gebratenes) ein paar Monate durchhalten, bisschen Sport dazu und schon ist der Fisch gesungen.
Halten ist schwierig. Langsam wieder auf Normalkost umstellen, ohne dabei zuzulegen. 90% oder so aller Leute, die mehr als 10 oder so Kilo abgenommen haben, sind nach 5 oder so Jahren fetter als vorher.
Also ich am Bahnhof - fange wieder an, mich zu bescheißen. Kleine, gesunde Zwischenmahlzeiten sind besser als schwere Hauptmahlzeiten. Aber eine Pizzazunge ist DEFINITIV keine kleine, gesunde Zwischenmahlzeit. Vielleicht ein Laugenbrezel. Laugenbrezel ist doch okay. Frischgepresster Fruchtsaft wäre noch okayer, aber zu teuer. 3 Euro für einen Becher Saft - da hört's irgendwie auf. Laugenbrezel geht. Also zum Brezelstand.
Es sind keine einfachen Brezel mehr da. Nur noch Pizzazungen und Brezel mit Käse und Schinken überbacken. Na, da bleibt einem ja keine andere Wahl, harhar. "Dann bitte eins mit Käse und Schinken, bitte. Aber eins mit nicht so VIEL Käse und Schinken. Das kleine da." Die gut gepolsterte Kaltmamsell schaut mitleidig.
Auf dem Weg zum Bahnsteig kommt schon die Reue. Was mache ich jetzt mit dem verdammten Ding. Wenn ich das esse, nehme ich auf einen Schlag drei Kilo zu. Garantiert. Mindestens. Wegwerfen geht auch nicht. Verschenken?
Vielleicht der jungen Frau, die mich vorhin so freundlich um einen Euro angebettelt hat, angeblich weil sie ihr Portemonnaie verloren hatte, und ohne Geld und Fahrkarte gestrandet sei? Die sah nicht aus, wie jemand, der sich Essen schenken lässt. Kein Junkie-Typ; mehr so wie eine Studentin, die sich was nebenbei verdient.
Was hätte Heinrich Böll in meiner Situation getan? Wahrscheinlich hätte der erst mal eine geraucht. Wenns in seinen Büchern kompliziert wird, wird erstmal geraucht. Je komplizierter, desto exzessiver - notfalls sogar im Wald, wenn es um die Aufarbeitung von Nazi-Gräueltaten geht. Dem hätten sie mal kommen sollen mit "Nichtraucherbahnhof" und "Rauchverbot in Gaststätten"! Der hätte denen seinen Literaturnobelpreis um die Ohren gehauen.
Und dann hätte er schön sein Fettbrezel gegessen, noch eine geraucht und einen Brief an Lew Kopelew geschrieben. Und ersteres mache ich jetzt auch.
Halten ist schwierig. Langsam wieder auf Normalkost umstellen, ohne dabei zuzulegen. 90% oder so aller Leute, die mehr als 10 oder so Kilo abgenommen haben, sind nach 5 oder so Jahren fetter als vorher.
Also ich am Bahnhof - fange wieder an, mich zu bescheißen. Kleine, gesunde Zwischenmahlzeiten sind besser als schwere Hauptmahlzeiten. Aber eine Pizzazunge ist DEFINITIV keine kleine, gesunde Zwischenmahlzeit. Vielleicht ein Laugenbrezel. Laugenbrezel ist doch okay. Frischgepresster Fruchtsaft wäre noch okayer, aber zu teuer. 3 Euro für einen Becher Saft - da hört's irgendwie auf. Laugenbrezel geht. Also zum Brezelstand.
Es sind keine einfachen Brezel mehr da. Nur noch Pizzazungen und Brezel mit Käse und Schinken überbacken. Na, da bleibt einem ja keine andere Wahl, harhar. "Dann bitte eins mit Käse und Schinken, bitte. Aber eins mit nicht so VIEL Käse und Schinken. Das kleine da." Die gut gepolsterte Kaltmamsell schaut mitleidig.
Auf dem Weg zum Bahnsteig kommt schon die Reue. Was mache ich jetzt mit dem verdammten Ding. Wenn ich das esse, nehme ich auf einen Schlag drei Kilo zu. Garantiert. Mindestens. Wegwerfen geht auch nicht. Verschenken?
Vielleicht der jungen Frau, die mich vorhin so freundlich um einen Euro angebettelt hat, angeblich weil sie ihr Portemonnaie verloren hatte, und ohne Geld und Fahrkarte gestrandet sei? Die sah nicht aus, wie jemand, der sich Essen schenken lässt. Kein Junkie-Typ; mehr so wie eine Studentin, die sich was nebenbei verdient.
Was hätte Heinrich Böll in meiner Situation getan? Wahrscheinlich hätte der erst mal eine geraucht. Wenns in seinen Büchern kompliziert wird, wird erstmal geraucht. Je komplizierter, desto exzessiver - notfalls sogar im Wald, wenn es um die Aufarbeitung von Nazi-Gräueltaten geht. Dem hätten sie mal kommen sollen mit "Nichtraucherbahnhof" und "Rauchverbot in Gaststätten"! Der hätte denen seinen Literaturnobelpreis um die Ohren gehauen.
Und dann hätte er schön sein Fettbrezel gegessen, noch eine geraucht und einen Brief an Lew Kopelew geschrieben. Und ersteres mache ich jetzt auch.
pikas - 19. Nov. 2008 - abgelegt in: daily paranoia








keine gezuckerten Limonaden, kein Süßstoff,keine Fertigessen,nichts Frittiertes, nichts Gebratenes ...".ich dachte immer, dann wäre man tot [soviel ficken kann man nun auch wieder nicht, um das alles auszugleichen]. ich habe da was deutlich einfacheres auf lager: streß bis in die haarspitzenan. und zwar an allen fronten.
Soso.
Bleibt noch zu klären, warum genau Du danach immer in die Küche gehst.
Doch.
:P
Zur Stärkung.
Als wenn Du das nötig hättest.