arbeitswelt

Betriebsrat

Nach dem Mittagessen mit Kollegen Bill in der Kantine vor dem Schwarzen Brett gestanden und die Plakate mit den Fotos der Kandidaten zur Wahl des Betriebsrates angeschaut. Einvernehmlich festgestellt, dass uns zum Betriebsratmitglied vor allem eines fehlt: Übergewicht.

Kantinengespräch

A.: Eigentlich ist "Brille" ja vom Wortstamm her ja schon Mehrzahl. Also Brillen ist eigentlich falsch, so vom Wortstamm her.

B.: Häh??

A.: Ja, das kommt nämlich daher, dass die Mönche damals im Mittelalter einen im Fluss rund geschliffenen Beryll genommen haben, um beim Lesen die Buchstaben zu vergrößern. Irgendwann ist dann einer auf die Idee gekommen, zwei davon in ein Gestell zu packen, und vor den Augen zu montieren. "Berylle" halt. Und das ist dann verballhornt zu "Brille" geworden. Also eigentlich zwei.

B.: Hast du das auch aus der "Sendung mit der Maus"?

A.: Nee, "Siebenstein".

B.: Was guckst du eigentlich abends, wenn Kinderprogramm zuende ist?

A.: QVC

Neue Jacke

Bild369

Gestern neue Jacke gekauft. Raiffeisenmarkt, 35 Ocken. Schwarz-umbra, gefühlte 30 Taschen. 100% Polyester, wasserdicht, verschweißte Nähte, atmungsaktiv wie Teichfolie. Hält aber schön warm. Genau das Richtige für Acker, Baustelle und auf Zeche.

Der Kunde

wattenscheidNeulich habe ich ein lustiges Synonym gelesen: Beraterpommes. Wissen Sie, was Beraterpommes sind? Nein? Keiner? Rufen Sie es einfach rein! Niemand?

Okay. Beraterpommes ist ein anderes Wort für Sushi. Aber Sushi kennen Sie doch? Klumpiger Reis mit rohem Fettfisch. Kalt. Teuer. Schmeckt, wie es sich anhört. Soll angeblich gesund sein. Und das essen Berater? Also das muss schon diese Schwarzkittelfraktion von Beratern sein. Die Kremdellakrem mit den fünfstelligen Tagessätzen. Die, die vom Upper Management angeheuert werden, um eine Argumentationsgrundlage für die nächste Entlassungswelle zu schaffen. Die, bei denen Nachhaltigkeit aufhört, wenn beim Vorstand die Sperrfrist für die Aktienoptionen abläuft.

Die Berater, mit denen ich zu tun habe, essen kein Sushi. Die kaufen sich in der Mittagspause bei Kamps hinterm Bahnhof ein Thunfisch-Wrap, weil ihnen der Externen-Tarif in der Kantine zu teuer ist. Die sind nett, fleißig und freundlich, und haben jede Menge Verständnis für mich kleinen Konzernsoldaten. Sie beneiden mich um meine Besitzstände, die Werksrente, den Kündigungsschutz, und alles. Aber sie beneiden mich auf eine freundliche Art, die von aufrichtigem Gönnen geprägt ist. Manchmal klagen sie mir ihre Nöte.

Der Kunde, sagen sie, der Kunde ist eigentlich zwei. Der eine ist ein freundliches, kleines Männlein, der einem mit sanfter Stimme sagt, dass man bitte exakt und sauber und in Ruhe arbeiten soll. Nur keinen Stress und keinen blinden Aktionismus an den Tag legen. Der andere hat den Körperbau und die Physiognomie eines kasachischen Kirmesboxers. In der Hand hält er einen mit rostigen Nägeln gespickten Baseballschläger. Der ist nicht freundlich, sagt nicht bitte und danke, und will alles schnell und billig. Vor allem billig. Und schnell.

Man würde das freundliche, kleine Männlein gerne zufrieden stellen. Aber wenn sein Kollege mit der Keule droht, setzt man die Prioritäten eben entsprechend anders. Das freundliche Männlein schaut dann immer ganz enttäuscht aus dem etwas zu großen Hemd. Wenn man ihm die Gründe nennt, verspricht es, mal mit dem Kirmesboxer zu reden. Aber daraus wird nie etwas.

So klagen mir die Berater. Ich sage dann: „Die berühmte Hannoveraner Punkband Hans-A-Plast hat es Anfang der 80er Jahre einmal so formuliert: Der Kunde will kein grelles Licht, er kann doch nicht bei grellem Licht, denn dann ist meine Haarfarbe grün.“

Da ist 'was dran, meinen dann die Berater. Was sie in Wirklichkeit denken, behalten sie für sich.

Prioritäten

"Herr P., ich habe Sie zu mir gebeten, um mich mit Ihnen mal eine Stunde lang über die derzeit etwas schwierige Situation in Ihrer Abteilung zu unterhalten."

"Herr H., wir können uns gerne unterhalten und so tun, als würde es uns interessieren, was der andere von der "schwierigen Situation" in meiner Abteilung hält. Sie können mir stattdessen aber auch sagen, was Sie von mir wollen, und dann reden wir über unsere Plattensammlungen."

Projektabschluss

Alle Arbeiten sind erledigt, und der Geldfluss ist in Gang gekommen - da muss man nicht mehr freundlich zu seinem Dienstleister sein ...

Kabusch-Maschine

Kollege kommt rein und fragt: "Haben Sie 'ne Kabusch-Maschine?" Auf meine hochgezogenen Augenbrauen schlägt er mehrmals mit der flachen Hand in die Luft und sagt dabei laut "KABUSCH, KABUSCH, KABUSCH."

Ach so, er meint den Hefter (Heftgerät, Klammerlmaschine, Bostitch)

Du

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Kommentare

aaaah, zu alexander o'neal...
aaaah, zu alexander o'neal fällt mir direkt so...
timanfaya - 11. Dez, 12:56
... und was der feine...
... und was der feine Herr Pikas sonst noch so in diesem...
pikas - 11. Dez, 12:27
hätte ich jetzt...
Hey, meint ihr nicht eher, das ne Art Turm, sprich...
Jonas (Gast) - 16. Nov, 09:43
Um mal mit dem alten...
Um mal mit dem alten Fußball-Philosophen Franz...
pikas - 2. Nov, 20:53
das war ja mal verhältnismäßig...
das war ja mal verhältnismäßig einfach....
timanfaya - 2. Nov, 17:32
Klarer Fall: Geheimes...
Klarer Fall: Geheimes Raumfahrtzentrum Bratislava -...
Orinoko_jim (Gast) - 2. Nov, 14:16
Ich will gar nicht an...
Ich will gar nicht an das Geld denken, das in solche...
Kratzbürste - 13. Okt, 14:00

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